Ist unser Planet noch zu retten?

Immer häufiger ereilen uns Hiobsbotschaften aus den Medien: Hitzewellen, Starkregen, Klimawandel, antibiotikaresistente Keime, Insektensterben. Kein Tag, an dem sich die Natur nicht gegen den Mensch und seine Machenschaften aufzulehnen scheint.

Das Klima auf unserem Planeten ändert sich schneller als von Forschern vorhergesagt. Die Gründe dafür sind längst bekannt. Ein Hauptfaktor ist der Mensch und sein Verhalten. Sehen wir den Tatsachen also in die Augen: Wir sind schlicht und einfach nicht bereit, zu verzichten. Liegt uns die Erde etwa nicht am Herzen? Doch, sicherlich! Trotzdem arbeiten wir meist gegen sie. Ein Umdenken wäre deshalb an der Zeit. Auch beim Kauf, Verzehr und Umgang mit Lebensmitteln.

Weitgereiste Produkte

Wir leben in einem Konsum-Universum. Alles muss verfügbar sein und das noch möglichst schnell und günstig. Viele von uns nehmen mehrmals die Woche Fleisch zu sich. Aber gutes Fleisch vom Bauern aus der Region können wir uns nicht immer leisten. Also importieren wir Fleisch aus fernen Ländern – es ist günstiger, denn es wird auf Masse gezüchtet. Die Tiere werden mit Hormonen und Kraftfutter ernährt, die ihnen nicht bekommen. Die Folge: Sie stossen Unmengen von klimarelevanten Gasen aus. In der Endabrechnung bleibt jedoch mehr für den Konsumenten – das Fleisch ist billig.

Wir sprechen hier von Tieren, die nur dank prophylaktischer Beigabe von Antibiotika ihr Schlachtalter erreichen können. Diese Art der Viehzucht fördert die Entwicklung von resistenten Keimen. Die Viehzüchter sind diesen Bakterien ständig ausgesetzt. Infizieren sie sich damit, wirken Antibiotika, die den Menschen bei solch gefährlichen Infektionen normalerweise retten, häufig nicht mehr.

Das Billig-Fleisch aus Übersee würzen manche Leute mit einem «Wunder-Salz» aus dem Himalaya. Nicht dass das Stück Fleisch mit Salz aus unseren Alpen schlechter schmecken würde. Aber sie glauben doch tatsächlich, dass sie durch das teurere Salz länger und besser Leben. Die Tausende von Kilometern, die das Fleisch und Salz zurückgelegt haben, blenden sie aus. Wohl ebenso wie den Treibhauseffekt, der durch solche Transporte gefördert wird.

Zugegeben: Himalaya-Salz auf Billig-Fleisch ist vielleicht ein extremes Beispiel. Aber dennoch: Sollten wir nicht alle einmal unser Kaufverhalten überdenken? Kaufen wir nicht besser Bio-Fleisch aus der Region als Billig-Fleisch von weit her? Wir könnten weniger Fleisch essen und dafür auf Bio-Qualität umstellen. Wäre das ein zu grosses Opfer? Natürlich gilt das auch für andere Produkte. Ist es nicht besser, biologische Hochstamm-Äpfel zu einem etwas höheren Preis als herkömmliche Plantage-Äpfel einzukaufen? Nicht besser Bio-Eier als billige Käfighaltungs-Eier? Können wir uns dies wirklich nicht leisten?

Blaue Kartoffeln aus der Schweiz bringen Farbe in die Küche.

«Food Waste»: nur jede 3. Kartoffel wird verzehrt

Die Politik hat den Auftrag, die Verfügbarkeit an Nahrungsmitteln zu sichern. Und das macht sie sehr gut, denn wir können aus den Vollen schöpfen: Im Sommer gibt es so zum Beispiel Tomaten in allen Formen und Farben, aus verschiedenen Ländern. Wir haben uns mit diesem Zustand angefreundet und wollen ihn nicht mehr missen.

Auch bei unserer Lieblingsknolle, der Kartoffel, müssen wir uns nicht einschränken. Im Schnitt konsumiert jeder Schweizer jährlich über 50 Kilogramm davon. Neuste Zahlen belegen jedoch, dass nur jede dritte Kartoffel tatsächlich verzehrt wird. Der Rest landet im Müll oder wird zu Gas weiterverarbeitet. Auch hier müssen wir Konsumenten uns an der eigenen Nase nehmen. Über 40 Prozent der Lebensmittel-Verschwendung in der Schweiz verursachen wir nämlich in unseren Haushalten selbst. Auch hier wäre ein Umdenken wünschenswert.

Das Gute liegt praktisch direkt vor unserer Haustüre – hier in Killwangen AG.

Kaufverhalten ist entscheidend

Können wir etwas bewirken? Wir sind uns dessen sicher. Der Konsument ist immer der ausschlaggebende Punkt. Denn angeboten wird nur das, was auch tatsächlich gekauft wird. Ein tolles Beispiel ist die massive Zunahme von Bio-Produkten. Vor 10 Jahren fristeten diese Artikel noch ein Schattendasein. Dank der grossen Nachfrage besteht heute aber ein vielfältiges Sortiment.

Wir entscheiden also immer aktiv mit, was, wie und wo angebaut und schlussendlich auch angeboten wird. Beim Einkaufen können wir somit einen entscheidenden Beitrag für eine nachhaltigere Umwelt leisten. Und wenn wir dabei besser planen und Lebensmittel gezielter einkaufen, können wir auch etwas gegen deren Verschwendung tun. Es liegt an uns!

 

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Zum Schluss ein nachhaltiges Rezept für Dich:

Barramundi mit Quinoa und rotem Mangold