Gahni zu Besuch bei: Stefano Fuso von Le Cime

Wir erfüllten alle Deutschschweizer Vorurteile und kehrten bereits eine halbe Stunde früher als abgemacht in der Osteria Locanda Brack ein. Ein schmuckes Restaurant mitten in der herrlichen Weinlandschaft von Gudo.

Kaum nippten wir ein erstes Mal an unserem Bianco di Merlot und freuten uns über die wunderbaren Tessiner Sonnenstrahlen, stand Stefano Fuso, die Person hinter Le Cime, auch bereits vor uns. Würde ich ohne Vorahnung auf seine Berufung tippen, wäre das wohl eher Schauspieler oder Trainer unserer Fussballnationalmannschaft, aber nicht Winzer.

Stefano Fuso mit seinem Le Cime

Genug der Oberflächlichkeiten! Wir wollten mehr über den Menschen Stefano Fuso und seine Produkte erfahren. Da gab es so manch spannendes aus ihm herauszukitzeln, denn der gebürtige Basler war einst Zahntechniker in Zürich.

Filigran arbeitet er aber immer noch, stellt nun Weine, Safran und Balsamico her. Bei seinen Weinen konzentriert sich Stefano auf das Wesentliche, produziert er doch gerade einmal zwei verschiedene Weine und das auch nur in Spitzenjahren.

Wir durften den Le Cime 2009, 2011 und 2015 degustieren. Alle drei im Bordeaux-Stil über 18 Monate im Barrique ausgebaut, überzeugten sie durch Ihren eigenen Charakter, ihre ausgewogenen Tannine, gradlinige Struktur und angenehme Mineralität. Kurz gesagt: Schweizer Spitzenweine in kleinsten Mengen. Sie lassen sich dank der schonungslosen Auslese und guten Verarbeitung problemlos 10 Jahre im Keller lagern.

Ein weiterer Grund, Stefano zu besuchen, ist sein Safran. Zurzeit produziert er zirka 300 Gramm des Blütengoldes. «Ziel sei es, etwa 500 Gramm zu produzieren», vertraute er uns an. Wir hoffen er erreicht dieses schnellstmöglich, denn wir brauchen mehr davon.

Wir haben die Gelegenheit genutzt und uns gleich noch mit seinem eigenen Balsamico aus Americano-Trauben eingedeckt. Dieser reifte über 12 Jahre in verschiedenen Batterien. Kombiniert mit Erdbeeren und Ziegenfrischkäse entstand damit eine wahre Geschmacksexplosion.

Tessiner Safran von Stefano Fuso. Wir verwenden diesen Safran auch für unser Rezept Kartoffel-Baumnuss-Gnocchi mit Safranschaum-Sauce und Kresse

Bevor wir uns in Richtung Ascona verabschiedeten, fragten wir Stefano, ob er seinen Schritt vom sicheren Einkommen in die aufgrund Klimaveränderungen und Pflanzenkrankheiten unsichere Gegenwart bereue. «Ich hätte den Schritt schon viel früher machen sollen», entgegnete er uns lachend. Wir hatten mit dieser Antwort gerechnet – glücklich wirkt dieser Mann und wir sind es auch. Danke, Stefano Fuso!

www.lecime.ch